Mehr Ausbildungsplätze!

Vorabinfos

Die Zahlen belegen es, es gibt in Deutschland zu wenig Ausbildungsplätze. Seit geraumer Zeit arbeiten alle Gewerkschaften dafür, dass jeder junge Mensch, der einen Ausbildungsplatz sucht, auch einen bekommt. Da die Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden in dieser Sache schon immer sehr schwierig und nahezu erfolglos waren, haben wir paralell auf den Gesetzgeber eingewirkt, dass er ein Gesetz verabschiedet, das die Arbeitgeber zwingt zu handeln. Dabei hat er zwei Möglichkeiten, die erste ist Auszubildende einzustellen. Aber da dies einige Unternehmen aus den verschiedensten Gründen nicht tun wollen oder können, gibt es für die Arbeitgeber, die bestimmte Prozentzahlen nicht einhalten, eine Zwangsabgabe an den Staat. Mit dem Geld, dass der Staat daraus erhält, würden neue zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen werden können. Leider konnte sich die Regierung auch in der Großen Koalition nicht dazu durchringen, das Gesetz zur Ausbildungsumlage in Kraft zu setzen. Statt dessen hat sie eine freiwillige Vereinbarung mit der Wirtschaft getroffen, den Ausbildungspakt.

Der Ausbildungspakt

Richtig heißt er: "Nationaler Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs". Inhaltlich bedeutet das, dass die Wirtschaft in den kommenden drei Jahren bis 2007 jährlich 30.000 zusätzliche Lehrstellen schaffen will. Außerdem stellen die Unternehmen ab 2004 jährlich 25.000 Praktikumsplätze bereit, die in dem Pakt "betriebliche Einstiegsqualifikationen" heißen. Die Bundesregierung erhöht die Zahl der Ausbildungsplätze in der Bundesverwaltung um 20 Prozent. Zusätzlich muss der Bund sicherstellen, dass das Bund-Länder-Ausbildungsprogramm Ost 2004 mit 14.000 Plätzen fortgeführt wird. Ab September wollen die Industrie- und Handelskammern und die Agenturen für Arbeit jene Jugendlichen einladen, die bei der Lehrstellenvergabe leer ausgegangen sind. Ihnen soll dann auf der Basis eines "Kompetenzchecks" ein Ausbildungsplatz oder eine Qualifizierungsperspektive angeboten werden. Unvermittelte Bewerber früherer Jahrgänge werden bereits ab dem 30. Juni eingeladen. Neben diesen Eckpunkten enthält der Ausbildungspakt zahlreiche Appelle an Länder, Gemeinden und Arbeitgeber. Die sind allerdings freilich und unverbindlich. So gibt die Wirtschaft mit dem Pakt ohnehin keine einklagbare Garantie ab, sondern vielmehr eine Art verpflichtende Zielerklärung.

Für 2006 wurde der Pakt seitens der Bundesregierung und der Wirtschaft erneuert.

Die bisherigen Ergebnisse belegen, dass der Pakt nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht hat. Schlimmer noch. Zum Ausbildungsjahr 2005 gab es noch nie so wenig Ausbildungsstellen. Das Angebot sinkt trotz Pakt erheblich, denn nur noch 22% aller Betriebe bilden noch aus.

Aus diesem Grund fordert die jungeNGG auch zukünftig die Ausbildungsplatzabgabe, - umlage. Denn wenn das Ausbildungssystem funktioniert / funktionieren würde, wird dieses Gesetz auch gar nicht greifen. Doch da dies unwahrscheinlich ist und der Mißstand nicht behoben wird, muss das Gesetz verabschiedet werden.